7. September 2011

Projekt smaRTI präsentiert sich auf dem »Zukunftskongress Logistik«

Die typischen blauen, mit RFID-Transponder ausgestatteten Paletten des Pooldienstleisters Chep sind verladen. Der Lkw macht sich auf den Weg, biegt nach links ab und steuert direkt das Mars-Warenlager an. Hier werden die Paletten mit den Schokolinsen der Marke M&M beladen, der Lkw startet und fährt seine Runde Richtung Rewe-Distributions-zentrum. Eigentlich nichts Neues, wenn nicht die gesamte Supply Chain auf 1,20 m mal 1,60 m als Modellwelt nachgebaut wäre. Der besondere Clou: Die Kongressbesucher können alle Aktivitäten, Bewegungsdaten und Zustandsinformationen der intelligenten Ladungsträger in Echtzeit am Monitor verfolgen. Anlässlich des Zukunftskongresses Logistik am 6. und 7. September in den Dortmunder Westfalenhallen präsentieren die Projektpartner des Verbundprojektes SmARTI – Smart Reusable Transport Items – den Meilenstein zum Anfassen: transparenter Materialfluss mit intelligenten Ladungsträgern.


Supply Chain à la SmaRTI
Das Projekt unter wissenschaftlicher Federführung des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik IML gehört zu den großen Forschungs- und Entwicklungsprojekten im EffizienzCluster LogistikRuhr. Hier entwickeln in einem ersten Praxistest die Projektpartner Chep, Mars, Rewe und Fraunhofer IML die intelligente Palette, die sich selbst steuert und ihren Weg zum Ziel im Sinne des Internets der Dinge eigenständig findet. Supply Chain à la SmaRTI ist das Ziel, dessen erster erfolgreicher Pilotlauf nun auf dem Zukunftskongress in der Modellwelt im Maßstab 1:87 als Demonstrator erlebbar gemacht wird. Jede Bewegung der Lkw, die auf einer Magnetspur fahren, jeder Warenausgang, jede Uhrzeit wird erfasst und ausgewertet und den Kongressbesuchern über Monitore vorgestellt.

Erfolgreicher Pilotlauf
Während auf dem Zukunftskongress die Ware als süße Schokoladenlinse Besucher anlockt, haben die Projektpartner den echten Pilotlauf mit der Hundefuttermarke Frolic durchgeführt. Dazu hat Chep seine neu entwickelten, berührungslosen Lokalisierungstechnologien an den Paletten installiert, die sowohl über Barcode als auch über RFID gescannt werden können. Sobald die Palette beladen ist, wird sie in der Produktion bei Mars mit ihrem eigenen, elektronischen Fingerabdruck gekennzeichnet. Ein mobilesTerminal mit RFID-Antenne erfasst die Ware. Beim Abruf der Palette werden die Informationen an RFID-Gates ausgelesen – Lesepunkt, -ort und –zeit, Disposition oder Aktionsschritt in der webbasierten Informationsplattform abgespeichert. »Alle Partner wissen, wo sicj zu welcher Zeit welche Ware und welcher Ladungsträger befindet«, ist Anderseck begeistert. »Auch bei Einlagerung, Kommissionierung und Ausgang der Ware im Rewe-Distributionszentrum werden diese Daten erfasst. Damit erreicht Rewe nicht nur schnellere Prozesse und eine höhere Transparenz, sondern auch eine bessere Organisation der Lieferverkehre.«

Ausbauflächen fest mit eingeplant
Die Palette wird künftig nicht der einzige smarte Ladungsträger sein, der die Basis für die Logistik von morgen legt. Auch Postbehälter und Luftfrachtcontainer sollen künftig intelligent aufgerüstet und damit für eine zukunftsfähige Supply Chain gerüstet sein. Allein die Luftfrachtcontainer des Projektpartners Lufthansa Cargo sollen an rund 400 Standorten weltweit eingesetzt werden und Daten über Ort, Ware oder Standzeit liefern. »Wir haben extra Freiflächen in unserer Modellwelt vorgesehen – wir wollen auch Luftfracht und Briefverkehr im laufenden Projekt noch anbinden«, verspricht Anderseck.

Kongressbesucher steuern Ladungsträger
Neue Technologien live erleben – das verspricht der diesjährige Zukunftskongress Logistik einzulösen rund um die Präsentation des Verbundprojekts SmaRTI. So können die Kongressbesucher nicht nur in der begleitenden Ausstellung die von einem der renommiertesten Modellbauer Deutschlands erschaffene SmaRTI-Welt besuchen – der Modellbauer hat beispielsweise das Miniaturwunderland in Hamburg gebaut. Im EffizienzCluster Symposium beweisen die Projektpartner unter Moderation von Dr. Volker Lange, Leiter Verpackungs- und Handelslogistik im Fraunhofer IML, dass die Supply Chain-übergreifende Echtzeitsteuerung sogar mit dem Smartphone möglich ist. Dazu hat Chep eigens kleine intelligente Miniatur-Paletten produziert, deren Daten mithilfe einer IPhone-App von den Teilnehmern der Fachsequenz gelesen und so die Palette gesteuert werden kann. Das Ergebnis: Jede Aktivität der Zuhörer wird live und in Echtzeit per Beamer auf die Leinwand projiziert.